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Guten Tag, heute ist der 13. 12. 2018
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Was ist Akupunktur und wie ist sie entstanden?

Die Anfänge der Akupunktur liegen in China. Über die Zeit des Entstehens gibt es widersprüchliche Angaben. Fest steht, dass die Akupunktur bereits 2000 Jahre v.Chr. in China angewandt wurde. Die Ursprünge liegen jedoch weiter zurück. Man schätzt etwa 3000 bis 4000 v.Chr.. Aus Aufzeichnungen, die etwa in die Zeit um 1600 v.Chr. zu datieren sind, weiß man, dass zugespitzte Bambus- und Bronzenadeln zur Behandlung verwendet wurden. Bei Ausgrabungen gefundene zugespitzte Steine, die einer früheren Zeit (etwa 3000 v.Chr.) zugeordnet werden konnten, weisen auf erste Anfänge der Akupunktur hin.

Um die Hintergründe zu verstehen, muß man das Krankheitsbild im China dieser Zeit betrachten. Krankheit bezog sich nicht nur auf körperliche und seelische Gebrechen. Vielmehr war Krankheit die Beschreibung für jeden individualisierbaren Mißstand. Das waren sowohl körperliche Zustände, wie Schmerzen oder Verletzungen. Aber auch persönliche oder kollektive Mißerfolge und Naturkatastrophen. Überschwemmungen und Kampfniederlagen hatten demzufolge den gleichen negativen Stellenwert wie Bauchschmerzen.

Die Behandlung von Krankheiten in einem solch umfassenden Krankheitsbild stellte daher immer auch einen Zusammenhang zwischen Mensch und Natur her. Natürliche Einflüsse auf das Entstehen von Krankheiten wurden bereits damals dokumentiert. Krankheit war im Verständnis der Zeit der gesamtheitliche Mißstand, und das Gegenteil war die völlige Harmonie des Menschen mit seiner Umwelt, der Natur und sich selbst. Diese Sicht bestimmt wesentlich den ganzheitlichen Therapieansatz der traditionellen chinesischen Medizin.

Die Entstehung des konfuzianischen Weltbildes hatte einen wichtigen Einfluß auf die weitere Entwicklung der Akupunktur. In diesem Weltbild stehen alle Teile der unsichtbaren und sichtbaren Welt in einer gegenseitigen Abhängigkeit. Aus dieser Sicht erklären sich auch die Lehren der 5-Wandlungsphasen und des Yin-Yang. Letzteres ist ein Grundprinzip der traditionellen chinesischen Medizin. Es geht davon aus, dass zwei polare, heterogene Urkräfte immer ein Gleichgewicht bilden müssen.

Der Ausgleich beider Kräfte bedeutet Harmonie, ihr Ungleichgewicht Disharmonie, also Krankheit. Die Lehre der 5 Wandlungsphasen (auch 5-Elemente-Lehre genannt) geht von den Beziehungen von Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde aus. Das richtige quantitative Verhältnis zueinander bestimmt wiederum Harmonie und Disharmonie. Diese Lehren bestimmten über Jahrtausende die chinesische Gesellschaft. Die Akupunktur als Instrument zur Behandlung von Krankheiten war Teil dieses sozialen Umfelds. Ohne den gesellschaftlichen Hintergrund war sie nicht denkbar.

Vor etwa 1400 Jahren gelangte die Akupunktur - ohne dass dadurch die gesellschaftliche und soziale Einbettung mit übernommen wurde - über Korea nach Japan.

Eine weitere Verbreitung fand zunächst nicht statt. Erst im 14. Jahrhundert n.Chr. wurde die Akupunktur durch Berichte von Marco Polo auch in Europa bekannt. Allerdings ohne Einfluß auf die Medizin zu haben. Erst durch die Handelsmissionen Englands, Hollands und Frankreichs in Ostasien kam die Akupunktur im 17. Jahrhundert auch nach Europa. Zu dieser Zeit gab es in Europa auch die ersten Veröffentlichungen. Im Jahre 1658 veröffentlichte der holländische Arzt Jakob de Bondt ein umfangreiches sechsbändiges Werk über die Naturgeschichte und Medizin Ostindiens. Wilhelm Ten Rhyne (1683) und Andreas Cleyer (1686) veröffentlichten erste umfangreichere Arbeiten zur Akupunktur. Danach gab es weitere Arbeiten anderer Autoren.

Erstmals wurde die Akupunktur nun auch in Europa angewendet. Der Arzt Engelbert Kämpfer wendete die Therapie als Leibarzt des Grafen von der Lippe an und berichtete auch darüber. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Akupunktur in Europa in einigen Fällen zunächst nur an den Fürstenhöfen angewandt. Im 19. Jahrhundert nahm aber auch erstmals die Zahl der kritischen Anmerkungen zu. Darüber geriet die Akupunktur in Europa gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder in Vergessenheit.

Erst Anfang der 50er Jahre in Europa und wenige Jahre später in den USA kam die Akupunktur wieder in den Westen. Im Jahre 1950 erregte der 4. Internationale Kongreß für Akupunktur in Paris großes Aufsehen. Ärzte aus ganz Europa begannen nun, sich für diese (vermeintlich neue) Therapie zu interessieren. Es entstanden die ersten ärztlichen Akupunktur-Organisationen. In Deutschland wurde 1951 die Deutsche Gesellschaft für Akupunktur gegründet. Anders als in Asien verbreitete sich die Akupunktur in Europa zunehmend über die Ärzteschaft. Und anders als in Asien standen die ärztlichen Anwender von Beginn an unter einem Erklärungszwang gegenüber der westlichen Schulmedizin.

So gab es bereits in den 50er Jahren in Europa erste zaghafte Ansätze, die Akupunktur wissenschaftlich zu erklären. Erst 1972, mit Nixons Besuch in China, wurde die Akupunktur auch in den Medien populär. Seitdem hat sich die Akupunktur sowohl in den USA als auch in Europa langsam weiter entwickelt. Während in den USA die Therapie überwiegend von chinesischen Einwanderern geprägt ist, wurde sie in Europa eine ärztliche Therapie. Inzwischen ist sie weit verbreitet und wird erfolgreich bei einer ganzen Reihe von Indikationen eingesetzt und hat auch ihren Weg an die Universitäten gefunden.

Akupunktur ist heute außerhalb Asiens in den westlichen Ländern eine ernsthafte Therapie geworden, die erforscht wird und sich weiterentwickelt. In vielen Ländern ist sie bereits eine anerkannte Ergänzung zur westlichen Schulmedizin und wird von dieser auch anerkannt.